Sorgen um den Frauenfußball

17.05.2018

sus frauen 2017-18

Geboren auf einem Reiterhof in Sörup unweit von Flensburg hat Christina Krause mit den Vierbeinern ihrer Eltern wenig im Sinn gehabt: Stattdessen zog es sie früh mit dem Vater auf den Fußballplatz des FC Sörup/Sterup.

 

Dort zog das runde Leder die Schülerin in seinen Bann: Als B-Jugendliche wechselte Christina Krause, die seit nunmehr vier Jahren als Spielertrainerin des SuS Legden tätig und höchst erfolgreich wirkt, zum damaligen Zweitligisten Holstein Kiel. Dort verewigte sich die 26-Jährige in der Chronik der „Störche“, als sie im Oktober 2009 als 18-Jährige im Gastspiel beim 1. FC Lokomotive Leipzig in der zweiten Halbzeit innerhalb von 30 Minuten vier Treffer erzielte und damit einen 1:4-Rückstand von Holstein Kiel in einen 5:4-Sieg umwandelte - noch heute gilt dieser Auftritt als „Wunder von Leipzig“.


   Gerne denkt Christina Krause an dieses Spiel zurück - und an ihre Zeit als Zweitliga-Fußballerin in Kiel.  Diese Freude wird aber zurzeit gehörig getrübt: Ihr ehemaliger Verein in Kiel setzt seinen Focus künftig auf den Männerfußball: Die Holstein-Kicker haben die Relegation zur Bundesliga erreicht. Damit ist offenbar für die Fußballerinnen kein Platz mehr im Verein...

 

Christina Krause macht sich Gedanken: „Innerhalb von Tagen wurde die Arbeit von mehr als zehn Jahren Leistungssport für zukunftslos erklärt und somit gut 60 Spielerinnen die sportliche Zukunft bei Holstein Kiel genommen. Ich selbst habe einige Jahre mit Holstein in der 2. Frauenbundesliga gespielt. Der Aufwand für dieses „Hobby“ war immens hoch. Einige von uns hatten bis zu zwei Stunden Anfahrt für das tägliche Training. Trainiert wurde nahezu jeden Tag! An freien Tagen hatte man die Möglichkeit, individuell zu arbeiten. Bei Auswärtsspielen starteten wir oft samstags, da man 6 bis 7 Stunden anreisen musste. Oft kamen wir erst Sonntag Nacht zurück. Trotzdem klingelte der Wecker am nächsten Tag und man musste zur Arbeit oder zur Schule.

 

 

Unsere Fußballer spielten zu diesem Zeitpunkt in der Regionalliga und waren nahezu alle Profis!!!

 

Da fragt man sich: Ist der Frauen- und Mädchenfußball eine Hürde für erfolgreichen männlichen Profifußball? Etwa ein Sport zweiter Klasse, nur weil die Erträge nicht so hoch sind? Harte Arbeit und Fleiß darf nicht weniger wert sein, nur weil sie dem Verein weniger wirtschaftlichen Ertrag bringt.

 

In den Farben sind wir nicht mehr vereint, aber in der Sache! Es geht hier um mehr als nur Fußball! Das zeigt sich momentan in ganz Deutschland. Es kamen in der letzten Woche so viele Reaktionen in verschiedensten Medien zusammen, dass der Verein bereits von der Trennung der Frauensparte zurückruderte. Ergebnis bleibt an dieser Stelle offen!

 

In eigener Sache

 

Natürlich möchte ich mich auch nochmal in eigener Sache stark machen: Seit nunmehr mehr als vier Jahren darf ich hier in Legden das Frauenteam trainieren. Mit großer Freunde kann ich Woche für Woche feststellen, wie großartig wir uns entwickelt haben. Dieses Jahr können wir sogar um den Aufstieg spielen! Ob es direkt in die Bezirksliga geht oder in die Aufstiegsrunde, ist noch offen.

 

Für mich grenzt es an ein Wunder, dass wir überhaupt in diesem Jahr die Möglichkeit bekommen.


Dahinter steckt harte Arbeit! In den letzten drei Wochen  spielten wir freitags und sonntags! Unser Kader umfasst in dieser Saison 13 (!!!) Spielerinnen, die regelmäßig dabei sein können, und wenige Frauen, die ab und an zur Verfügung stehen. Zudem haben wir aktuell fünf angeschlagene Spielerinnen, die sich über den Platz schleppen, um dem Team zu helfen!

 

Am schwersten wird es immer, wenn es um die neue Saison geht. Wie soll man einen Aufstieg in die Bezirksliga anpeilen, wenn man im nächsten Jahr keinen Kader hat. Nachwuchs ist leider auch nicht in Sicht. Gerne würde ich hier in Legden noch ein weiteres Jahr dranhängen, um auch den Mädels eine Perspektive bieten zu können. Dies geht aber nur in der Verbindung mit Neuzugängen!!!


Wir suchen nach Spielerinnen, die etwas Erfahrung mitbringen und bereit sind, gemeinsam etwas zu erarbeiten. um Ziele im Team zu erreichen.
  

Ich habe noch viele Ideen, die so nicht umgesetzt werden können. Aus diesen Gründen, appelliere ich nochmal an die fußballbegeisterten Mädels aus dem Münsterland: Helft uns! Es wäre unendlich schade, wenn dieses Buch - Frauenfußball beim SuS Legden - nach dieser Saison geschlossen werden müsste!“

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